ARCHIV Zukunft.Klybeck



HACKKLYBECK VOM 7. BIS 9. APRIL 2017:

Hier ein paar Eindrücke der 3 Tage! Es war gut!

 Die Bevölkerung bringt sich in Position:

Anfang April im Raum H95 an der Horburgstrasse: rund 200 Menschen sitzen an Tischen und diskutieren, zeichnen, modellieren und entwerfen Ideen für den neuen Stadtteil im Klybeck. Die Stimmung ist konzentriert und intensiv, ‚es herrscht ein starker Flow’, wie es einer der Teilnehmer formuliert.

Der Verein ‚ZukunftKlybeck’ hatte eingeladen zum Workshop Hack.Klybeck, ein Workshop, der der Bevölkerung die Möglichkeit gab, eigene Ideen und Vorstellungen für das neu entstehende Klybeckquartier einzubringen. Damit hat sich der Verein ‚Zukunft.Klybeck’ einiges vorgenommen: zum ersten Mal in der Geschichte Basels haben sich ein paar Leute aus eigenem Antrieb zu einem Verein zusammengeschlossen, um der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, bei der Entwicklung eines Stadtteils selbständig Ideen und Visionen einzubringen.

Sie wollen sich nicht zufrieden geben mit der ihnen von der Stadt zugewiesenen Rolle, lediglich zu reagieren auf Vorschläge von professioneller Seite. Sie sind der Überzeugung, dass die Bevölkerung durchaus im Stande ist, substanzielle Vorschläge aus ihrer Optik zu entwickeln, die in ihrer inhaltlichen Qualität eine wichtige Ergänzung sind zu den eher strukturell orientierten Testplanungen von Architekten.

Dieser Ansatz stösst bei Kanton und den beiden Eigentümerinnen Novartis und BASF durchaus auf fruchtbaren Boden. Die Planungspartner zeigen sich interessiert an den Resultaten des Hack.Klybeck und haben den Verein eingeladen, die Ergebnisse des Workshops an der nächsten öffentlichen Beteiligungsveranstaltung am Samstag, 17.Juni einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Im Workshop bildeten sich Gruppen um die Themen, die die TeilnehmerInnen selber vorgeschlagen hatten.

Stundenlange intensive Gespräche folgten, begleitet von Verschriftlichungen und Visualisierungen. Christian Mueller hatte das Klybeckareal auf eine Fläche von 5m auf 5m detailreich mit farbigen Klebestreifen auf den Boden aufgebracht, dahinein konnten die einzelnen Gruppen ihre Ideen aus Karton als Modell verbildlichen. Es entstand eine ganze Landschaft, die dem Betrachter erlaubte, eine Ahnung eines möglichen zukünftigen Quartiers zu erhaschen.

Am Sonntag Nachmittag um 16h fand die grosse Abschlusspräsentation statt. Ca 70 Interessierte fanden sich ein, um zu hören und zu sehen, welche Anliegen der Bevölkerung sich herauskristallisiert hatten: 25 Projekte wurden präsentiert, von einem Kreislaufhaus über ein nomadisches Hotel bis zu öffentlichen Kochmöglichkeiten für Familien. Alle Projekte sind öffentlich einsehbar unter www.wiki.zukunftklybeck.ch.

Der Verein ‚ZukunftKlybeck’ hat nun die Aufgabe, aus diesen 25 Projekten ein inhaltliches Konzept für das Klybeckareal abzuleiten und zu entwickeln, um es dann an der Beteiligungsveranstaltung zu präsentieren.
Zwei Daten sollten sich alle Interessierten merken: Dienstag, 13. Juni, 19h im H95, an dem die Präsentation gezeigt und zur Diskussion gestellt wird, und zweitens: Samstag 17. Juni, 9h30 (im Personalrestaurant Novartis), an dem diese Präsentation im Rahmen der 2. offiziellen Beteiligungsverantaltung neben den Testplanungen der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Achtung: Anmeldung obligatorisch bis 11. Juni (auf Klybeckplus.ch). Alle, die diesen Prozess unterstützen, sollten dringend am 17.6. dabei sein. Je mehr Leute da sind, desto klarer wird den Verantwortlichen: die Bevölkerung steht bereit und meldet ihre Ansprüche an!  




SOCIAL muscle club 25. März 2017

Am 25.3.2017 veranstaltete der Verein Zukunft.Klybeck einen speziellen Abend unter dem Titel ‚Social Muscle Club – Stadtentwicklung’.
Das Prinzip eines Social Muscle Clubs beruht darauf, dass jeder Mensch Wünsche hat und gleichzeitig über Ressourcen, Fähigkeiten und Wissen verfügt, um anderen ihre Wünsche zu erfüllen. An Tischrunden, an denen die TeilnehmerInnen zufällig zusammengesetzt werden, werden Wünsche und Angebote geäussert und wenn möglich erfüllt, gleich sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt.

Der Verein Zukunft.Klybeck hat sich dieses Prinzip zunutze gemacht, um spielerisch über Stadtentwicklung nachzudenken. Die BesucherInnen wurden beim Empfang aufgefordert, zwischen neun Haustypen zu wählen – von Iglu über Hausboot bis Luxusvilla – und wurden so an einen der neun Tische zugeteilt. Während des Einlasses wurde an den Tischen ‚Stadt. Land. Fluss’ gespielt mit Kategorien des urbanen Lebens.

Die erste Spielrunde war ganz klassisch: alle schrieben einen Wunsch und ein Angebot auf Zettel, die nacheinander gezogen wurden. Alle Wünsche oder Angebote, die einen Match ergaben, wurden an eine Wäscheleine gehängt. So entstand eine Visualisierung aller erfüllten Wünsche, es waren erstaunlich viele. Die Runde dauerte dreissig Minuten, die unerfüllten Wünsche kamen an eine andere Wäscheleine, wo sie weiter ihrer Erfüllung harrten.

Danach gab es als Zwischenverpflegung ein Sandwich. Allerdings waren die einzelnen Zutaten auf allen Tischen verteilt, man musste von Tisch zu Tisch, um sich sein individuelles Sandwich zuzubereiten. Die Stimmung im Raum war angeregt und es kam zu vielen spontanen Begegnungen.

Die zweite Runde verliess das Gebiet des klassischen Social Muscle Clubs: es ging darum, dass jeder Tisch einen gemeinsamen Wunsch oder ein gemeinsames Angebot entwickelte, entweder sofort im Moment einzulösen oder zu einem späteren Zeitpunkt. Jeder Tisch präsentierte kurz ihren Vorschlag oder Wunsch. Es wurden zum Beispiel ein Strassenfest, ein Gruppencoaching und eine Benefizveranstaltung für den Verein Zukunft.Klybeck angeboten. Die Aufgabe, einen gemeinsamen Wunsch oder ein Angebot zu entwickeln, führte zu intensivem Austausch und starker Dynamik.

Als nächstes folgte ein Auflockerungsspiel: jeder Tisch erhielt drei A3-Blätter und 20 cm Klebestreifen. Die Aufgabe war, den höchsten Turm zu bauen. Die Siegermannschaft kam auf beachtliche 163 Zentimeter! Für diesen Tisch gab es eine Runde freie Getränke.

Die dritte und letzte Runde hiess ‚Luftschlösser’ und verlangte von den TeilnehmerInnen, gemeinsam zu überlegen, wie ein Haus, ein Gebäude beschaffen wäre, wenn man die Wünsche/ Anliegen und die Angebote/ Ressourcen eines Tisches zusammenlegen würde. Welche Räume und welche Inhalte entstehen aus den jeweiligen Anliegen und Fähigkeiten und wie würde das entsprechende Gebäude aussehen?

Die TeilnehmerInnen konnten dazu auf die Tischtücher zeichnen. Es entstanden sehr fantasievolle Zeichnungen und Anlagen, von Häusern mit Schafzucht auf Dächern über Parkhäuser, die als Campingplatz funktionieren bis zu fahrbaren psychologischen Beratungsmobilen.

Anschliessend legte DJ Tom Best seine Musik auf und bei Bier und Wein ging dieser inspirierende und ungewöhnliche Abend langsam zu Ende. Aus dem Abend resultierte die Erkenntnis, dass es sich lohnt, Wünsche und Fähigkeiten der/ des Einzelnen als ‚soziale Energie’ zu betrachten. Die Bündelung dieser Ressourcen führt zu einem dynamischen Netz von Impulsen in einer nachbarschaftlichen Gemeinschaft. Im Gegensatz zur aktuellen urbanen Nachbarschaftskultur, die eher von Rückzug, Privatheit und Anonymität gekennzeichnet ist, führt diese Betrachtungsweise zu einer vielfältig verbundenen Gemeinschaft, die sich auf vielen Ebenen unterstützen kann.

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