ARCHIV Zukunft.Klybeck


Podiumsdiskussion 9.März 2018 im Unternehmen Mitte

Vom Chemielabor zum Stadtlabor? – Wieviel Power hat Basel, das Klybeck innovativ und zukunftsweisend zu entwickeln?
Aus der Einladung:
Zukunft.Klybeck veranstaltet am Freitag, 9.3.2018 im Unternehmen Mitte eine öffentliche Podiumsdiskussion zur weiteren Entwicklung des Klybeckareals. Das Klybeck ist eine grosse Chance für Basel. Es könnte ein ungewöhnlicher, innovativer Stadtteil werden, der auf drängende gesellschaftliche Fragen Antwort geben könnte. Wie viel Bereitschaft gibt es in Basel, diese Chance wahrzunehmen?
Städte haben viel zu bieten, sind gesellschaftliche und wirtschaftliche Motoren. Aber es gibt auch vielfältige Herausforderungen: knapper Wohnraum, soziale Härtefälle, Nutzungskonflikte, Überlastung der Verkehrsinfrastruktur.
Das neue Klybeckareal könnte dazu genutzt werden, auf diese zentralen Fragen reale infrastrukturelle Lösungen anzubieten. Ist Basel bereit, neue Formen von Wohnen, Arbeit und Verkehr zu ermöglichen? Wie stark ist der politische Wille, im Klybeck einen unkonventionellen Mix zwischen verschiedenen Interessen zu schaffen? Und wie gross der Mut, ungewöhnliche, innovative Formen und Ideen Realität werden zu lassen?

Das Podium soll ausloten, wie viel Potential in Basel steckt, um einen entschiedenen Schritt in die Zukunft zu tun.
Am Podium nehmen teil: Barbara Buser, Architektin, Stadtbildkommission; Lukas Ott, Leiter Kantons- und Stadtentwicklung; Andrea Knellwolf, GR CVP, Mittelstandsvereinigung; Aline Schoch, Stadtsoziologin; Christoph Moerikofer, Verein Zukunft.Klybeck.
Moderation: Roger Ehret


10. März 2018 - HackKlybeck2 – die Versammlung

Mitwirkung mit Wirkung. An vier Stationen waren die TeilnehmerInnen aufgefordert, ihre Vorschläge und Ideen zu formulieren, wie sich die Bevölkerung im weiteren Entwicklungsprozess des Klybeckareals engagieren könnte. Partizipation, Aktionen, Lobbying und Zwischennutzung waren die Themen.

Bei ‚Partizipation’ hielten die TeilnehmerInnnen fest, dass es viele Formen der Partizipation gibt, von theoretisch-politisch bis hin zu praktischer Teilnahme an Bauprozessen. Alle Formen sollen (von der Stadt) angeboten und praktiziert werden. Partizipation soll als Grundprinzip im neuen Klybeckquartier verankert werden.

An der Station ‚Aktionen’ wurden von gesellschaftlich-öffentlichen Anlässen (Essen im Horburgpark) über politische Aktionen (Petition an die Eigentümer) bis zu Kunstperformances und kulturellen Anlässen (Filmfestival) eine Vielzahl von Ideen formuliert, die sich durch Kreativität und Originalität auszeichneten.

Beim ‚Lobbying’ wiesen die Teilnehmerinnen auf die Wichtigkeit guter Beziehung zu den beiden Firmen hin, als ebenso wichtig wurden aber auch die Verbindung in politische Kreise genannt. Viele Ideen voller Potential - teilweise nicht mehr ganz zu trennen von der Station ‚Aktionen’ - wurden genannt, zB ein öffentliches Wohnzimmer vor dem Rathaus.

‚Zwischennutzung’ war das vierte Thema. Zukunft.Klybeck schätzt das weitreichende Potential von Zwischennutzungen als entscheidend ein und wollte diesem Thema darum eine eigene Station widmen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass Zwischennutzung eine besondere Bedeutung als Testnutzung zukommt und damit späteren Entwicklungen zugute kommt. Öffentliche und quartierdienliche Nutzungen werden als besonders wertvoll eingestuft. HackKlybeck2 – die Versammlung
Mitwirkung mit Wirkung. An vier Stationen waren die TeilnehmerInnen aufgefordert, ihre Vorschläge und Ideen zu formulieren, wie sich die Bevölkerung im weiteren Entwicklungsprozess des Klybeckareals engagieren könnte. Partizipation, Aktionen, Lobbying und Zwischennutzung waren die Themen.

Bei ‚Partizipation’ hielten die TeilnehmerInnnen fest, dass es viele Formen der Partizipation gibt, von theoretisch-politisch bis hin zu praktischer Teilnahme an Bauprozessen. Alle Formen sollen (von der Stadt) angeboten und praktiziert werden. Partizipation soll als Grundprinzip im neuen Klybeckquartier verankert werden.

An der Station ‚Aktionen’ wurden von gesellschaftlich-öffentlichen Anlässen (Essen im Horburgpark) über politische Aktionen (Petition an die Eigentümer) bis zu Kunstperformances und kulturellen Anlässen (Filmfestival) eine Vielzahl von Ideen formuliert, die sich durch Kreativität und Originalität auszeichneten.

Beim ‚Lobbying’ wiesen die Teilnehmerinnen auf die Wichtigkeit guter Beziehung zu den beiden Firmen hin, als ebenso wichtig wurden aber auch die Verbindung in politische Kreise genannt. Viele Ideen voller Potential - teilweise nicht mehr ganz zu trennen von der Station ‚Aktionen’ - wurden genannt, zB ein öffentliches Wohnzimmer vor dem Rathaus.

‚Zwischennutzung’ war das vierte Thema. Zukunft.Klybeck schätzt das weitreichende Potential von Zwischennutzungen als entscheidend ein und wollte diesem Thema darum eine eigene Station widmen. Die Teilnehmer waren sich einig, dass Zwischennutzung eine besondere Bedeutung als Testnutzung zukommt und damit späteren Entwicklungen zugute kommt. Öffentliche und quartierdienliche Nutzungen werden als besonders wertvoll eingestuft.


BERICHT ‚NACHGANG’ vom 6.7.2017

Am 6. Juli veranstaltete der Verein Zukunft.Klybeck im Personalrestaurant der Novartis einen ‚Nachgang’ zur offiziellen zweiten Beteiligungsveranstaltung vom 17. Juni 2017, an der die Ergebnisse der Testplanung Klybeckplus vorgestellt wurden. 20 Personen nahmen die Gelegenheit wahr, die vier Projekte nochmals in Ruhe zu betrachten und zu diskutieren.

Zu Beginn erläuterte Katrin Oser, Projektleiterin Klybeckplus des Kantons, die vier Vorschläge noch einmal kurz. Die darauf folgenden Diskussionen und Betrachtungen lassen sich wie folgt zusammenfassen:

50’000m2 Wirtschaftsfläche
Die vom Kanton geplanten 50‘000 m2 Wirtschaftsfläche werden als problematisch wahrgenommen. Zuerst einmal herrscht Unklarheit über die beabsichtigte Verwendung dieser Zone. Offiziell handelt es sich um Zone 7 (Industriezone), die hohe Lärmemissionen und Umgang mit gefährlichen Substanzen erlaubt. Welche Art Gewerbe soll denn angesiedelt werden? Erwähnt werden von den Planungspartnern eher ‚unproblematische’ Branchen wie Forschung oder Büros, nicht klassische Schwerindustrie. Warum braucht es Zone 7? Warum wird die Fläche nicht auf mehrere kleinere verteilt? Warum werden nicht eher Mischzonen geplant (ohne Lärmemission und gefährliche Stoffe)?

Die frühe Festlegung der 50’000m2 grossen zusammenhängenden Gewerbefläche durch den Kanton erweist sich als Klotz am Bein für eine schlüssige Planung des Klybeckareals. Die Fläche ist zu gross, als dass sie sich sinnvoll eingliedern liesse. Sie entpuppt sich als Störfaktor, der bei allen Vorschlägen zu nachteiligen Lösungen führt. Sie bleibt ein Fremdkörper, der andere Inhalte behindert. Die Verbindung zwischen Rhein und Wiese ist fundamental wichtig für das neue Quartier. Durch die Gewerbezone werden diese Verbindungen stark eingeschränkt, die vorliegenden Vorschläge wirken in diesem Punkt alle nicht geglückt.

Etappenweise Entwicklung
Die Modelle sind ausgestaltet und zeigen das Ende einer langjährigen Entwicklung, die zu 100 Prozent umgesetzt ist. Zu wenig formuliert werden die etappenweise Entwicklung und die Chancen, die daraus entstehen. Zum Beispiel kann OMAs Backbone sehr unterschiedlich interpretiert werden. Entweder als ein durchgeplantes, hochdesigntes Repräsentationskulturband mit teuren Museen und Theatern, das keine weitere Entwicklung mehr zulässt. Oder aber als Freifläche, die zuerst über kleine kulturelle Projekte wächst, zu denen später einzelne Zentren aus umgenutztem Bestand dazu kommen und die am Ende mit grösseren Projekten komplettiert wird. Bei dieser Variante würde eine gesunde Mischung entstehen aus alternativen, klein budgetierten Projekten und grösseren Institutionen, die mit höherem Etat operieren und auf ein anderes Publikum ausgerichtet sind. So ist die Idee eines Bandes von der Wiese bis zum Rhein attraktiv. Es würde eine starke Ausstrahlung ins ganze Quartier haben, da es unterschiedliche kulturelle Bedürfnisse bedienen könnte.

Wichtig sind etappenweise Entwicklungen, die Raum lassen für Freiflächen und sozial und ökologisch nachhaltige Projekte. Die Stadt Basel ist darauf angewiesen, dass nichtkommerzielle Projekte entstehen, die von den Einwohnern selber getragen und in Anspruch genommen werden können. Nur wenn Freiräume entstehen, die von der Bevölkerung - in Eigeninitiative oder mit städtischer Unterstützung – eigenverantwortlich genützt werden können, entsteht ein Stadtteil, der in seiner Basis mit der Bevölkerung verbunden ist. Schrittweise Entwicklungen befördern langfristig ganz eigene Qualitäten, die nicht planbar sind.


Blockrand
Blockrand wird als gute Möglichkeit bewertet, den Charakter der umliegenden Quartiere aufzunehmen und das neue Quartier mit der Nachbarschaft zu verweben. Es ist dabei aber unbedingt auf kleine Parzellierung zu achten. Blockrand führt nur dann zu einem lebendigen und atmosphärisch ansprechenden Lebensraum, wenn die einzelnen Bauprojekte klein parzelliert sind und so eine ansprechende und abwechslungsreiche Fassadengestaltung den öffentlichen Raum charakterisiert.

Unbedingt zu vermeiden sind überdimensionierte Blockrandbauten, die ganze Strassenabschnitte dominieren. Die anonymisierende Wirkung solcher Bauten ist massiv und liegt überhaupt nicht im Interesse der Bevölkerung, die sich mit einem neuen Stadtteil identifizieren möchte. Strassenzüge, die mit grossen Parzellen bebaut sind, erschweren die Entstehung von nachbarschaftlichen Beziehungen und lebendigem Quartierleben. Beispiele wie der Voltaplatz oder die Messe zeigen dies deutlich. Eine gesetzliche Festlegung, die dazu führt, dass Blockrandprojekte gut rhythmisiert werden, wäre eine Möglichkeit, das Quartier im Sinne einer lebendigen Vielfältigkeit zu entwickeln.

Inhalte
Die vorliegenden Testplanungen sollen das Potenzial des zukünftigen Quartiers aufzeigen. Wohnen, Arbeiten, Verkehr, Freizeit, öffentliche Räume werden aber nur im Grundsatz verortet und thematisiert, konkrete Inhalte fehlen weitgehend Die Anwesenden möchten ab sofort einen Diskurs darüber zu führen, wie die verschiedenen Zonen bespielt werden sollen, wie diese im Detail gestaltet werden sollen, welche Bedarfsgruppen angesprochen und in welchem Preissegment die verschiedenen Angebote (Wohnen, Freizeit) ausgestaltet werden sollen. Es ist richtig, diesen Diskurs schon in dieser frühen Planungsphase zu beginnen, da die Meinungsbildung Zeit benötigt, und sich eine Einigung darüber nicht von heute auf morgen einstellen kann.

Sockelnutzung
Die Sockelnutzung über das ganze Areal wird grundsätzlich begrüsst. Häuser, die bis ins Parterre bewohnt werden, sollen die Ausnahme bleiben. Mischnutzungen sind erwünscht. Zu bedenken ist, dass es genügend KonsumentInnen braucht, um Sockelnutzungen wirtschaftlich tragfähig zu machen. Die Nutzungen sollen abwechslungsreich und vielfältig sein, Mononutzungen wie z.B. die Kindertagesstätten Erlenmatt sind zu vermeiden. Verbilligte Mieten in den Erdgeschossen erweitern die Angebotsmöglichkeiten.

Landkauf durch den Kanton
Wiederkehrend taucht die Forderung auf, der Kanton solle möglichst viel vom Areal selber kaufen und dadurch Projekte auf Basis von Baurechtsverträgen durch Stiftungen, Vereine und Genossenschaften ermöglichen. Der Kanton wird aufgefordert, renditeorientiertes Denken und Handeln nicht prioritär zu behandeln, sondern die Nachhaltigkeit in den Vordergrund zu stellen und wirtschaftlichen Druck abzufedern.

Flussufer
Die TeilnehmerInnen begrüssen die Öffnung des Rhein- und des Wiesenbords für die Öffentlichkeit. Sie betrachten das als eigentlich selbstverständlich. Auch nur teilweise private Uferzonen würden ausschliessend wirken und die Befürchtung nähren, dass eine Planung für privilegierte Kreise Teil der offiziellen Strategie ist. Das spricht aber nicht gegen Wohnmöglichkeiten innerhalb der Uferzone, allerdings mit offenen Zugängen, ohne private Gärten und mit öffentlichen Nutzungen kombiniert.

Bestand
Der Erhalt des Bestandes hat Vorrang vor Neubauten, darüber herrscht Einigkeit.

Verkehr
Die Testplanungen gehen konventionell mit Verkehr um. Nur OMA stösst eine Diskussion an mit weitgehend verkehrsarmem Konzept mit Parkhäusern am Rande des Areals. Die TeilnehmerInnen erwarten, dass innovativ mit MIV und ÖV umgegangen wird. Eine konventionelle Verkehrsplanung ist nicht erwünscht.

Zustimmung finden verkehrsberuhigte oder verkehrsfreie Strassen, wie z.B. die Mauerstrasse im Entwurf Diener & Diener. Solche Strassen laden dazu ein, den öffentlichen Raum inhaltlich verdichtet zu gestalten, es gibt Raum für Belebung und Projekte, die Begegnung und Gemeinschaftlichkeit fördern.

Öffentlicher Raum, Wasser
Ideen wie ein Hafenbecken (mit vielfältiger Nutzung für verschiedene Gruppen), ein Überlaufbecken, die Vergrösserung des Horburgparks stossen auf positives Echo. Sie wirken identitätsstiftend, grosszügig und abwechslungsreich. Der Hafen könnte mit der Wiese verbunden werden. Da das Areal zwischen zwei Flüssen liegt, könnte Wasser überhaupt ein prägendes Element des neuen Quartiers sein. Es wird die Frage diskutiert, ob viele kleinere Grünflächen, verteilt über das ganze Gebiet vorteilhafter sind als eine grosse Grünfläche. Grosse Flächen können auch trennend wirken.

Statement
Als Beispiel für Nutzungen, die nahe an der Bevölkerung sind, kann folgendes Statement gelten: Kein Hotel, sondern Jugendherberge, kein Yachthafen, sondern Schwimmbecken, kein Hochhaus, sondern „Freaktower“.

Sportanlagen
Bei allen vier Vorschlägen kommt das Thema Sport zu kurz. Das oft erwähnte 50m –Hallenbad oder Sportfelder entsprechen einem grossen Bedürfnis und müssen in der weiteren Planung eine prominente Stellung erhalten.

Labor
Der Begriff des Labors/ Laboratoriums, der von Alfred Speer gesetzt wird, findet Anklang. Dieser Begriff taucht auch in den Vorschlägen des Verein Zukunft.Klybeck auf. Allerdings ist die Idee genauer zu fassen. Grundsätzlich verstehen die Teilnehmenden darunter die Verfolgung von innovativen Konzepten in allen Bereichen, vom Verkehr bis hin zu neuen Wohn- und Arbeitsformen.

Der von A. Speer vorgelegten Entwurf des Laboratoriums mit seinen Hochhäusern schrecken einzelne Teilnehmende ab. Wie kann man eine City gestalten, die für alle soziale Schichten zugänglich ist, so dass kein Ghetto des Kommerzes entsteht? Wie kann man gewährleisten, dass im 24h-Labor nicht nur H&M und Starbucks Platz finden, sondern auch lokale Projekte? Sollten sich nur grosse Unternehmen die Mieten leisten können, wäre die Planung an der Bevölkerung vorbei gegangen.



HACKKLYBECK VOM 7. BIS 9. APRIL 2017:

Hier ein paar Eindrücke der 3 Tage! Es war gut!

 Die Bevölkerung bringt sich in Position:

Anfang April im Raum H95 an der Horburgstrasse: rund 200 Menschen sitzen an Tischen und diskutieren, zeichnen, modellieren und entwerfen Ideen für den neuen Stadtteil im Klybeck. Die Stimmung ist konzentriert und intensiv, ‚es herrscht ein starker Flow’, wie es einer der Teilnehmer formuliert.

Der Verein ‚ZukunftKlybeck’ hatte eingeladen zum Workshop Hack.Klybeck, ein Workshop, der der Bevölkerung die Möglichkeit gab, eigene Ideen und Vorstellungen für das neu entstehende Klybeckquartier einzubringen. Damit hat sich der Verein ‚Zukunft.Klybeck’ einiges vorgenommen: zum ersten Mal in der Geschichte Basels haben sich ein paar Leute aus eigenem Antrieb zu einem Verein zusammengeschlossen, um der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, bei der Entwicklung eines Stadtteils selbständig Ideen und Visionen einzubringen.

Sie wollen sich nicht zufrieden geben mit der ihnen von der Stadt zugewiesenen Rolle, lediglich zu reagieren auf Vorschläge von professioneller Seite. Sie sind der Überzeugung, dass die Bevölkerung durchaus im Stande ist, substanzielle Vorschläge aus ihrer Optik zu entwickeln, die in ihrer inhaltlichen Qualität eine wichtige Ergänzung sind zu den eher strukturell orientierten Testplanungen von Architekten.

Dieser Ansatz stösst bei Kanton und den beiden Eigentümerinnen Novartis und BASF durchaus auf fruchtbaren Boden. Die Planungspartner zeigen sich interessiert an den Resultaten des Hack.Klybeck und haben den Verein eingeladen, die Ergebnisse des Workshops an der nächsten öffentlichen Beteiligungsveranstaltung am Samstag, 17.Juni einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Im Workshop bildeten sich Gruppen um die Themen, die die TeilnehmerInnen selber vorgeschlagen hatten.

Stundenlange intensive Gespräche folgten, begleitet von Verschriftlichungen und Visualisierungen. Christian Mueller hatte das Klybeckareal auf eine Fläche von 5m auf 5m detailreich mit farbigen Klebestreifen auf den Boden aufgebracht, dahinein konnten die einzelnen Gruppen ihre Ideen aus Karton als Modell verbildlichen. Es entstand eine ganze Landschaft, die dem Betrachter erlaubte, eine Ahnung eines möglichen zukünftigen Quartiers zu erhaschen.

Am Sonntag Nachmittag um 16h fand die grosse Abschlusspräsentation statt. Ca 70 Interessierte fanden sich ein, um zu hören und zu sehen, welche Anliegen der Bevölkerung sich herauskristallisiert hatten: 25 Projekte wurden präsentiert, von einem Kreislaufhaus über ein nomadisches Hotel bis zu öffentlichen Kochmöglichkeiten für Familien. Alle Projekte sind öffentlich einsehbar unter www.wiki.zukunftklybeck.ch.

Der Verein ‚ZukunftKlybeck’ hat nun die Aufgabe, aus diesen 25 Projekten ein inhaltliches Konzept für das Klybeckareal abzuleiten und zu entwickeln, um es dann an der Beteiligungsveranstaltung zu präsentieren.
Zwei Daten sollten sich alle Interessierten merken: Dienstag, 13. Juni, 19h im H95, an dem die Präsentation gezeigt und zur Diskussion gestellt wird, und zweitens: Samstag 17. Juni, 9h30 (im Personalrestaurant Novartis), an dem diese Präsentation im Rahmen der 2. offiziellen Beteiligungsverantaltung neben den Testplanungen der Öffentlichkeit vorgestellt wird.

Achtung: Anmeldung obligatorisch bis 11. Juni (auf Klybeckplus.ch). Alle, die diesen Prozess unterstützen, sollten dringend am 17.6. dabei sein. Je mehr Leute da sind, desto klarer wird den Verantwortlichen: die Bevölkerung steht bereit und meldet ihre Ansprüche an!  




SOCIAL muscle club 25. März 2017

Am 25.3.2017 veranstaltete der Verein Zukunft.Klybeck einen speziellen Abend unter dem Titel ‚Social Muscle Club – Stadtentwicklung’.
Das Prinzip eines Social Muscle Clubs beruht darauf, dass jeder Mensch Wünsche hat und gleichzeitig über Ressourcen, Fähigkeiten und Wissen verfügt, um anderen ihre Wünsche zu erfüllen. An Tischrunden, an denen die TeilnehmerInnen zufällig zusammengesetzt werden, werden Wünsche und Angebote geäussert und wenn möglich erfüllt, gleich sofort oder zu einem späteren Zeitpunkt.

Der Verein Zukunft.Klybeck hat sich dieses Prinzip zunutze gemacht, um spielerisch über Stadtentwicklung nachzudenken. Die BesucherInnen wurden beim Empfang aufgefordert, zwischen neun Haustypen zu wählen – von Iglu über Hausboot bis Luxusvilla – und wurden so an einen der neun Tische zugeteilt. Während des Einlasses wurde an den Tischen ‚Stadt. Land. Fluss’ gespielt mit Kategorien des urbanen Lebens.

Die erste Spielrunde war ganz klassisch: alle schrieben einen Wunsch und ein Angebot auf Zettel, die nacheinander gezogen wurden. Alle Wünsche oder Angebote, die einen Match ergaben, wurden an eine Wäscheleine gehängt. So entstand eine Visualisierung aller erfüllten Wünsche, es waren erstaunlich viele. Die Runde dauerte dreissig Minuten, die unerfüllten Wünsche kamen an eine andere Wäscheleine, wo sie weiter ihrer Erfüllung harrten.

Danach gab es als Zwischenverpflegung ein Sandwich. Allerdings waren die einzelnen Zutaten auf allen Tischen verteilt, man musste von Tisch zu Tisch, um sich sein individuelles Sandwich zuzubereiten. Die Stimmung im Raum war angeregt und es kam zu vielen spontanen Begegnungen.

Die zweite Runde verliess das Gebiet des klassischen Social Muscle Clubs: es ging darum, dass jeder Tisch einen gemeinsamen Wunsch oder ein gemeinsames Angebot entwickelte, entweder sofort im Moment einzulösen oder zu einem späteren Zeitpunkt. Jeder Tisch präsentierte kurz ihren Vorschlag oder Wunsch. Es wurden zum Beispiel ein Strassenfest, ein Gruppencoaching und eine Benefizveranstaltung für den Verein Zukunft.Klybeck angeboten. Die Aufgabe, einen gemeinsamen Wunsch oder ein Angebot zu entwickeln, führte zu intensivem Austausch und starker Dynamik.

Als nächstes folgte ein Auflockerungsspiel: jeder Tisch erhielt drei A3-Blätter und 20 cm Klebestreifen. Die Aufgabe war, den höchsten Turm zu bauen. Die Siegermannschaft kam auf beachtliche 163 Zentimeter! Für diesen Tisch gab es eine Runde freie Getränke.

Die dritte und letzte Runde hiess ‚Luftschlösser’ und verlangte von den TeilnehmerInnen, gemeinsam zu überlegen, wie ein Haus, ein Gebäude beschaffen wäre, wenn man die Wünsche/ Anliegen und die Angebote/ Ressourcen eines Tisches zusammenlegen würde. Welche Räume und welche Inhalte entstehen aus den jeweiligen Anliegen und Fähigkeiten und wie würde das entsprechende Gebäude aussehen?

Die TeilnehmerInnen konnten dazu auf die Tischtücher zeichnen. Es entstanden sehr fantasievolle Zeichnungen und Anlagen, von Häusern mit Schafzucht auf Dächern über Parkhäuser, die als Campingplatz funktionieren bis zu fahrbaren psychologischen Beratungsmobilen.

Anschliessend legte DJ Tom Best seine Musik auf und bei Bier und Wein ging dieser inspirierende und ungewöhnliche Abend langsam zu Ende. Aus dem Abend resultierte die Erkenntnis, dass es sich lohnt, Wünsche und Fähigkeiten der/ des Einzelnen als ‚soziale Energie’ zu betrachten. Die Bündelung dieser Ressourcen führt zu einem dynamischen Netz von Impulsen in einer nachbarschaftlichen Gemeinschaft. Im Gegensatz zur aktuellen urbanen Nachbarschaftskultur, die eher von Rückzug, Privatheit und Anonymität gekennzeichnet ist, führt diese Betrachtungsweise zu einer vielfältig verbundenen Gemeinschaft, die sich auf vielen Ebenen unterstützen kann.

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